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Methan und Lachgas

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Kampf gegen Erderwärmung: Forscher finden einfachste Wege zur Klimakühlung (13.01.2012)
Aus rund 400 Maßnahmen, die den Ausstoß von Klimagasen einschränken sollen, haben die Forscher 14 ermittelt, die besonders effektiv und schnell umsetzbar seien. Würde sich die Weltgemeinschaft allein auf diese Methoden konzentrieren, könnte die Erwärmung bis 2050 um ein halbes Grad und damit um gut ein Drittel geringer ausfallen als prognostiziert. [...] Damit würden die Chancen steigen, dass die Erwärmung bis Ende des Jahrhunderts unter zwei Grad bliebe. Die Taktik führt über einen Nebenweg zum Ziel: CO2 gilt zwar als Hauptverursacher der Klimaerwärmung, das Treibhausgas hält sich Jahrhunderte in der Luft. Methan und Ruß hingegen bleiben allenfalls ein paar Jahre in der Atmosphäre. Dabei wärmen die Substanzen aber stärker als CO2. Es mache sich also deutlich bemerkbar, würden Methan und Ruß reduziert, schreibt die Forschergruppe in „Science“.

science.orf.at
Risiko Permafrostschmelze (01.12.2011)
Die schmelzenden Permafrostböden beschleunigen den Klimawandel voraussichtlich stärker als gedacht. Nach neuen Berechnungen könnten sie bis zum Ende des Jahrhunderts ähnlich viel Kohlenstoff freisetzen wie die weltweite Abholzung. Die Auswirkungen auf unser Klima wären wegen der hohen Methankonzentration jedoch zweieinhalbmal größer.


Methan-Emissionen: Stauseen könnten heimliche Klimasünder sein (12.10.2010)
"Im Sommer sieht das Wasser des Wohlensees manchmal aus wie Champagner", sagt Del Sontro. "Unmengen von Gasblasen steigen vom Grund an die Oberfläche." Die Emissionen entsprechen nach Eawag-Angaben im Bezug auf ihre Klimawirksamkeit etwa 25 Millionen gefahrenen Autokilometern. Auch eine Rinderherde mit 2000 Tieren würde ähnlich viel Methan produzieren. "Ganz so klimaneutral wie bisher angenommen ist die Wasserkraft also nicht", sagt Del Sontro, deren Team die Ergebnisse im Fachmagazin "Environmental Science and Technology" vorstellt. Der Effekt war von Stauseen in den Tropen durchaus bekannt, zum Beispiel vom Kariba-Damm in Sambia. Dass das Phänomen in diesem Umfang auch in gemäßigten Klimazonen auftreten kann, verblüffte die Wissenschaftler jedoch. Das Methan entsteht dadurch, dass sich vom Fluss mitgeführtes organisches Material im Stausee sammelt - und dort vor allem bei höheren Temperaturen von Mikroorganismen zersetzt wird. 


Höhere Methan-Ausstöße durch Klimaerwärmung vor 40.000 Jahren (24.06.2010)
Vor 40.000 Jahren führte eine Klimaerwärmung zu einem Anstieg des Treibhausgases Methan. Verantwortlich für den Methananstieg waren vor allem Feuchtgebiete in hohen nördlichen Breiten. Dies hat ein Forscherteam der Universität Bern und des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft herausgefunden.


Nordsee: Das Desaster vor der Tür (13.06.2010)
[...] Knapp ein Drittel des Methans gelangt an die Oberfläche, der Rest wird vom Meer absorbiert. In der Luft verhindert Methan, dass die Sonnenwärme von der Erde in die Atmosphäre zurückstrahlt, und heizt so die Erde auf. Methan wirkt 20- bis 30-mal klimaschädlicher als Kohlendioxid (CO2). Die meisten Methanemissionen verursacht der Mensch durch die Massentierhaltung von Rindern und den Reisanbau. 


Treibhauseffekt: Kühe reduzieren die Produktion von Lachgas (08.04.2010)
Die natürlichen Abgase der Kuh schaden dem Klima. Soweit war das bislang bekannt. Allerdings heißt das noch lange nicht, dass grasende Rinder auch den ebenfalls schädlichen Ausstoß von Lachgas deutlich in die Höhe treiben. Das Gegenteil ist der Fall, wie Forscher nun herausgefunden haben. [...] Ihre Ergebnisse sehen die Wissenschaftler allerdings nicht als Hoffnungsschimmer im Kampf gegen den Klimawandel: "Unsere Arbeit zeigt lediglich, dass noch viel Forschungsarbeit notwendig ist, um die Quellen für atmosphärisches Lachgas wirklich zu verstehen", sagt Butterbach-Bahl. Auch die starke Viehhaltung müsse kein praktikabler Ansatz sein. Denn wenn Rinder rülpsen und Blähungen haben, dann setzen sie in großen Mengen den Klimakiller Methan frei – und dies wird in der neuen Studie nicht berücksichtigt. 


Sibirische Küstenmeere als Methanschleudern enthüllt (11.03.2010)
Der auftauende Meeresboden vor Ostsibirien setzt heute bereits mehr Methan frei, als die restlichen Meere zusammen. Die Freisetzungsrate hat sich dabei in vielen Regionen des Küstenmeeres um bis zu 80 Prozent erhöht. Das zeigen jetzt in "Science" veröffentlichte neue Messungen einer internationalen Expedition. In welchem Maße dieser Anstieg menschliche Ursachen hat, ist allerdings noch unklar. 


Reden wir über Methan (10.03.2010)
Es stimmt, dass eine Tonne Methan in der Atmosphäre bereits nach etwa acht Jahren zur Hälfte abgebaut ist. Nach 50 Jahren ist sie fast verschwunden, während von einer Tonne CO2 nach dieser Zeit noch über 40 Prozent übrig sind. Da scheint es nicht so ins Gewicht zu fallen, dass das Treibhauspotenzial von Methan als 25 Mal so stark wie das von CO2 angesetzt wird. In einem Paper Anfang 2008 haben die französischen Wissenschaftler Benjamin Dessus, Bernard Laponche und Hervé Le Treut dieses Verhältnis allerdings genauer aufgedröselt. Der Faktor 25 gilt nur dann, wenn man eine Tonne Methan und CO2 – jeweils zur selben Zeit ausgestoßen – über einen Zeitraum von 100 Jahren miteinander vergleicht. Für die aktuelle Klimapolitik ist aber das Jahr 2050 wichtiger: Bis dahin müsste die Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre stabilisiert werden, um vielleicht mit einer globalen Erwärmung um zwei Grad davonzukommen. Vergleicht man das Treibhauspotenzial der beiden Gase für einen Zeitraum von 40 Jahren (2010 – 2050), ist das von Methan 49 Mal höher; auf 20 Jahre bezogen gar 72 Mal. Denn je kürzer man den betrachteten Zeitraum ansetzt, desto stärker fällt der noch nicht abgebaute Anteil der einen Tonne Methan ins Gewicht. [...] Mit dem schnellen Übergang zu einer nachhaltigen, methanarmen Landwirtschaft könnten wir aber selbst etwas dafür tun, dass ein möglicher Kipppunkt beim Permafrost-Methan Sciencefiction bleibt.


Erhöhte Methan-Freisetzung durch tauenden Permafrost (09.03.2010)
Wenn die Temperaturen in Dauerfrostböden steigen, verändern sich die Lebensgemeinschaften solcher Mikroorganismen, die durch ihren Stoffwechsel Methan "ausatmen". Es ist vor allem dieser Vorgang, der zu einer erhöhten Methan-Freisetzung in tauendem Permafrost führt. Das haben Mikrobiologen des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) herausgefunden.


Gefährliches Blubbern in der Tiefe (05.03.2010)
Ein internationales Forscherteam schlägt Alarm: Bisher unbemerkt beginnen ungeheure Mengen des Treibhausgases Methan durch das Auftauen des Meeresbodens aus dem Arktischen Ozean auszutreten. 7,7 Millionen Tonnen werden gegenwärtig aus dem ostsibirischen Rücken jährlich freigesetzt, was der bisherigen Bilanz der gesamten Weltmeere entspricht. Und es kommt noch schlimmer: Die Fläche des Methan-Austritts unter Wasser ist dreimal so groß wie das Areal der Dauerfrostböden in den arktischen Tundren, die bisher den traurigen Rang als größte Quelle für Methan bekleideten.


Gefahr lauert in den Permafrostböden (05.03.2010)
Methan gehört zu den gefährlichsten Treibhausgasen in der Atmosphäre. Wissenschaftler bringen das farb- und geruchslose Gas in direkten Zusammenhang mit der Klimaerwärmung. Seit Jahren gibt des deshalb weltweite Bestrebungen, die Methanemissionen zu reduzieren. Doch nun sind riesige Methanquellen aufgetaucht, mit denen bisher niemand gerechnet hatte.


Gefährliches Treibhausgas: Forscher messen erstmals Methan-Ausbruch vor Sibirien (05.03.2010)
Aus den Meeren Nordrusslands gelangen große Mengen Methan in die Atmosphäre - und könnten dort einen teuflischen Kreislauf in Gang setzen. Forscher haben die Emissionen nun erstmals berechnet: Vor Sibirien wird so viel von dem Treibhausgas freigesetzt wie in allen anderen Weltmeeren zusammen. [...] Die Forscher fanden in 80 Prozent des untersuchten Tiefenwassers und der Hälfte der Proben von der Meeresoberfläche stark erhöhte Methanwerte. In manchen Gebieten war im Sommer 250-mal so viel von dem Treibhausgas im Wasser gelöst wie normalerweise. Bei Eisbedeckung im Winter war es zum Teil sogar 1400-mal so viel. "Das sind extrem hohe Werte für Meeresgewässer - und die höchsten je beobachteten Konzentrationen in der Arktis", sagt Paul Overduin von der Potsdamer Außenstelle des Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung. Auch in den Luftschichten über dem Schelfmeer konnten die Wissenschaftler das Methan nachweisen. In der Arktis liegen die atmosphärischen Konzentrationen des Gases ohnehin acht bis zehn Prozent über den globalen Durchschnittswerten. Über dem sibirischen Schelf konnten die Forscher bei ihren Hubschraubermessungen aber zusätzliche fünf bis zehn Prozent verzeichnen.


Methanhydrat: Kommt die rapide Erderwärmung? (05.03.2010)
Das Treibhausgas Methan strömt aus dem Schelf des arktischen Polarmeers in viel größeren Mengen in die Atmosphäre als gedacht. Dies ergab eine Studie einer Arbeitsgruppe von russischen, schwedischen und US-Wissenschaftlern, die in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsjournals „Science“ veröffentlicht wird. 


Erderwärmung beschleunigt den Klimawandel (15.01.2010)
Die Forscher entdeckten, dass die Schwankung im Methanausstoß in den Tropen besonders von den Veränderungen im Grundwasserspiegel bestimmt werden, während in höheren Breiten die Oberflächentemperatur der springende Punkt für die Freisetzung ist. [...] Eine weitere von der Temperatur abhängige Quelle von Methan, die in der Studie allerdings nicht berücksichtigt wurde, ist das in den Polarmeeren gelagerte Methanhydrat. Auch dieses wird infolge von bereits leichten Schwankungen der Meerestemperatur freigesetzt.


Klimakiller aus dem Boden: Unterschätzte Gefahr durch Spurengase (04.01.2010)
Während Methan hauptsächlich in der Massentierhaltung, in Kläranlagen und auf Müllhalden entsteht, kommt Lachgas aus dem Boden. Vor allem intensiv landwirtschaftlich genutzten, aber auch naturbelassene Böden setzen das Gas frei. Schon in minimalen Konzentrationen ist der Treibhauseffekt gewaltig. Lachgas, chemisch N2O, ist genau wie CO2 geruchlos und unsichtbar, aber als Klimagas wirkt es 300 mal stärker als Kohlendioxid! Außerdem bleibt Lachgas viel länger in der Atmosphäre: über hundert Jahre. Dort abgebaut wird es erst über eine chemische Reaktion, die zu allem Übel noch die Ozonschicht zerstört.


Methan und Lachgas – die vergessenen Klimagase: Kühe als Klimasünder (15.12.2009)
250 Kilometer mit dem Kleinwagen auf der Autobahn oder ein Kilo Rindfleisch im Supermarkt – beides belastet das Klima im gleichen Maß. Doch während allgemein bekannt ist, dass Industrie und Verkehr erheblich zur globalen Erwärmung beitragen, wird die Rolle der Landwirtschaft wenig beachtet. 


Abgasuntersuchung im Kuhstall (12.12.2009)
Ein Glas Milch zum Frühstück, das saftige Rindersteak am Mittag. Wer es sich schmecken lässt, sollte wissen: Vor allem Rinder produzieren eine Menge Methangas und tragen dadurch zum Klimawandel bei. Das Ausmaß soll erstmal in einem Versuchsstall in Kleve unter Realbedingungen geklärt werden. [...] Mikroben im Vormagen der Rinder produzieren bei ihrer Verdauung das Methangas, das über das Maul der Kuh nach draußen entweicht - das Tier rülpst das Gas aus. Einmal in der Welt, wirke es als Klimakiller, denn Methan sei ein deutlich gefährlicheres Treibhausgas als Kohlendioxid, erklärt Wolfgang Büscher, Professor der Uni Bonn. [...] Laut Umweltbundesamt erzeugen Wiederkäuer wie Rinder, Schafe und Ziegen - sie alle sollen in Kleve untersucht werden - Jahr für Jahr 450.000 Tonnen Methan.


"Den Methan-Schalter zuerst umlegen" (07.12.2009)
Wie schwierig wäre es, die Methan-Emissionen zu verringern?
Smith: Methan ist leichter anzupacken. Die Technik dafür existiert bereits, und eine Reduktion ließe sich politisch und wirtschaftlich einfacher umsetzen. Dazu bräuchte man kein Instrument wie eine Kohlendioxid-Steuer.
Etwa zwei Drittel des vom Menschen ausgestoßenen Methans stammen aus Müll und aus Lecks in der Förderung und Verteilung von fossilen Brennstoffen. Diese Quellen kann man mittels Regulierung in den Griff bekommen, dazu müssen die Leute nicht ihren Lebenswandel verändern.
Der Rest des anthropogenen Methans kommt aus der Landwirtschaft, besonders aus der Viehhaltung für die Fleischproduktion. Die hat mehr mit unserem Lebenswandel zu tun und dürfte schwieriger zu ändern sein. Allgemein kann man aber sagen: Wenn man Methan-Emissionen reduziert, erreicht man mit demselben Bündel von Maßnahmen sowohl etwas für den Klimaschutz als auch für die Gesundheit.


Wenn das Eis taut am Ender der Welt (12.2009)
Fjodor Romanenko, Geologe, Universität Moskau
Das ist noch gefroren, so soll das sein. In diesen Schichten sind auch die alten Klimagase eingefroren, wenn das hier taut, werden die freigesetzt, Stickstoff, Methan, bis zu 40 Gramm pro Quadratmeter und Tag werden da frei.
Das heisst, das wird ein Problem für die Atmosphäre?
Natürlich, wenn der Permafrostboden weiter so taut, gibt er die ganzen Klimagase in die Luft ab und das Problem wird immer größer.


Klimagas im Meeresboden (29.11.2009)
Bisher retteten das Klima winzige Mikroorganismen, die das entstehende Methan noch im Boden fast völlig abbauten. Aber löst sich das Methanhydrat nun durch die Erwärmung schneller auf, entstehen riesige Gasblasen, die von den Mikroben nicht mehr bewältigt werden können. Was das für unser Klima und unser Leben heißt, kann bis dato niemand vorhersagen. 


Methan - Klimakiller in der Tiefsee (29.11.2009)
Seit kurzem werden erhöhte Methankonzentrationen im Meer gemessen. Ein Teil davon gelangt in die Atmosphäre und heizt unser Klima weiter an. 


Weltklima: Methan wirkt gefährlicher als angenommen (01.11.2009)
Die Rolle von Methan als Treibhausgas wird offenbar unterschätzt. Zum ersten Mal haben Forscher in einem Modell gezeigt, wie die Stoffe mit den Schwebeteilchen der Luft interagieren. Das überraschende Ergebnis: Methan heizt die Atmosphäre mehr auf als bisher gedacht.


Sumpfgas aus der Ananas (11.2009)
Wie der Kohlendioxid-Anteil nahm auch der Anteil von Methan in der Atmosphäre seit 1750 stark zu, belegen Konzentrationsmessungen in Eis oder Firn eingeschlossener Luftbläschen. Gründe sind vor allem die veränderte Landnutzung und die Verbrennung fossiler Rohstoffe. Zu Beginn der Industrialisierung waren unter einer Milliarde Luft-Teilchen etwa 700 Methanmoleküle. Inzwischen ist ihr Anteil auf bis zu 1800 angestiegen. Merkwürdigerweise verlangsamte sich der bis dahin steile Anstieg Anfang der 1990er-Jahre, von 1999 bis 2007 stagnierte der Methangehalt sogar – ein Phänomen, das sich die Wissenschaftler bislang nicht erklären konnten. Frank Kepplers Entdeckung bietet nun eine mögliche Lösung des Rätsels: Die natürlichen Methanemissionen könnten gesunken sein, weil seit 1990 viele tropische Wälder abgeholzt wurden.


Klima-Zeitbombe Permafrost (15.10.2009)
Ganze Wälder kippen; fester Boden wird zu tiefem Sumpf; Asphalt birst, Häuser reißen ein; Öl- und Gaspipelines brechen: Folgen des Klimawandels in Sibirien. Der Permafrost, der ewig gefrorene Boden, taut und wird instabil. Das Tauwetter im hohen Norden geht auch uns an: Es hat massive Folgen für das globale Klima.


Was können wir gegen die globale Erwärmung tun? (11.10.2009)
Es gibt ein paar Punkte, bei denen jeder aktiv werden kann. [...] Ernährung: Es ist nicht allen bekannt, daß der individuelle CO2-Abdruck sehr stark durch die Ernährung beeinflußt wird. [...] Viel gravierender ist aber der Methan-Abdruck von Lebensmitteln. Methan ist ein weitaus wirksameres Treibhausgas als CO2. Das relativiert sich zwar, weil Methan auch viel kurzlebiger ist. Deshalb hängt es erheblich davon ab, über welchen Zeitraum man Methan betrachtet, um zu entscheiden, um wieviel potenter es als Treibhausgas im Vergleich zu CO2 ist. Im allgemeinen ist der Betrachtungszeitraum ein Jahrhundert und Methan ist auf der Zeitskala etwa einen Faktor 25 wirksamer als CO2. Die Nahrungsmittelproduktion ist nun teilweise eine wichtige Methanquelle. An erster Stelle stehen da Rinder, in deren Mägen Bakterien die Zellulose des nährstoffarmen Grases in verdaubare Nähstoffe aufschließen und dabei Methan produzieren, das die Rinder ausrülpsen. Auf Rindfleisch zu verzichten kann den persönlichen Beitrag zum Treibhauseffekt in der Ernährung unter Umständen halbieren, und die Ernährung selbst wiederum kann, je nachdem ob man Flugreisen macht oder nicht, den persönlichen Klimafußabdruck bis zu einem Drittel bestimmen. Auch Schweine und Schafe leisten einen Beitrag zu klimarelevanten Emissionen. Eine generelle Empfehlung lautet daher, auf das Fleisch dieser Tiere weitgehend zu verzichten, den Verzehr von Milchprodukten niedrig zu halten und ansonsten sich möglichst nach der Saison und aus der Region mit Nahrungsmitteln zu versorgen.


Methan – das unterschätzte Klimagas (23.09.2009)
Das Treibhausgas Methan bietet relativ große und kostengünstige Vermeidungspotenziale und sollte daher konsequent in die Klimaschutzpolitik einbezogen werden. Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in einer aktuellen Studie. "Methan wird im Hinblick auf Klimaschutz erheblich unterschätzt", sagen die DIW-Experten Prof. Claudia Kemfert und Wolf-Peter Schill. [...] Ungefähr ein Sechstel der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen entfällt auf Methan. Methan ist somit nach CO2 das zweitwichtigste Treibhausgas und trägt erheblich zum Klimawandel bei.


Klimaschädliche Emissionen aus Ozeanen nehmen zu: Treibhausgas sprudelt aus dem Meeresboden (18.09.2009)
Im Wasser wie auch in der Atmosphäre seien bereits erhöhte Methan-Gehalte gemessen worden. Das russische Schelfmeer ist ein "Hotspot", weil es recht flach ist und Permafrost den Meeresboden (noch) versiegelt. Während der Dauerfrostboden an Land eine Durchschnittstemperatur von minus 12 Grad hat, liegen die Werte beim sogenannte submarinen Permafrost bei minus zwei Grad - entsprechend leichter taut der Boden auf und gibt Methan frei, wenn die Wassertemperatur steigt. Aber auch in anderen Meeresregionen wird der "mikrobiologische Deckel", der das Klimagas am Meeresgrund hält, löchrig. So haben deutsche und englische Wissenschaftler vor Spitzbergen in einem kleinen Gebiet mehr als 250 Fahnen von Methan-Gasbläschen gezählt, die vom Meeresgrund aufstiegen. "Derart deutliche Anzeichen dafür, dass bereits Methan aus den Meeren freigesetzt wird, hatten wir nicht erwartet", kommentierte Projektteilnehmer Tim Minshull vom Nationalen Zentrum für Meereskunde an der Universität von Southampton die im August veröffentlichten Ergebnisse. 


Klimaforschung: Weltmeere noch nie so warm wie in diesem Sommer (18.09.2009)
Die Messungen sind besorgniserregend: Die Ozeane waren an der Wasseroberfläche noch nie so warm wie im vergangenen Monat August. Das berichtete gestern die US-Wetterbehörde NOAA. Mit 16,9 Grad Celsius lag die Temperatur um 0,5 Grad Celsius über dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts. [...] Die Ozeane setzen mehr und mehr Methan frei, ein hochwirksames Treibhausgas.


Nachfolger der FCKWs: Lachgas ist Ozonkiller Nummer Eins (28.08.2009)
Lachgas ist gegenwärtig der größte Feind der Ozonschicht. Zehn Millionen Tonnen pustet der Mensch jährlich in die Luft. Um die Folgen für unser Schutzschild in der Stratosphäre machte sich bisher niemand Gedanken. [...] Lachgas schadet nicht nur der Ozonschicht, sondern trägt auch zur globalen Erwärmung bei. Als Treibhausgas wirkt es etwa 300 Mal stärker als Kohlendioxid.


Bedrohte Ozonschicht: Lachgas ist größeres Problem als FCKW (28.08.2009)
Der Schwund der Ozonschicht über der Antarktis gilt als gestoppt. Nun haben Forscher jedoch eine neue Gefahr ausgemacht: Lachgas. Die Substanz ist nicht nur schädlicher als FCKW, sie beschleunigt auch den Klimawandel. [...] Der Stoff gilt als drittwichtigstes Treibhausgas - und wird für etwa sechs Prozent des menschgemachten Treibhauseffekts verantwortlich gemacht. Auf ein Molekül bezogen ist seine Klimawirkung in einem 100-Jahres-Zeitraum etwa 300 mal so stark wie die von Kohlendioxid und immerhin noch 12 mal stärker als die von Methan. Finnische Forscher warnen davor, dass das Gas den Klimawandel stärker als bisher gedacht befeuern könnte - weil es in großen Mengen aus subarktischen Böden entweicht, die bisher nicht als Lachgasquelle bekannt waren.


Sprudelnder Klimakiller im arktischen Ozean (19.08.2009)
Der arktische Meeresboden taut auf - und setzt dabei eines der gefährlichsten Treibhausgase frei. Bei einer Erkundung vor der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen stießen Wissenschaftler jetzt auf mehr als 250 Stellen, an denen Methan aus der Tiefe des Ozeans aufsteigt.


Ozeanerwärmung setzt Methan frei (17.08.2009)
Die Freisetzung des Treibhausgases Methan aus Methanhydrat, eine seit längerem prophezeite Folge der wärmeren Meerestemperaturen, ist bereits voll im Gang. Das haben nun erstmals englische und deutsche Meeresforscher bewiesen. Auf Forschungen am Schiff James Clark Ross im Nordpolarmeer konnten sie per Echolot-Messungen 250 Methangas-Blasenquellen entdecken, die auf die Erwärmung der Wassertemperatur um ein einziges Grad zurückgehen. [...] Der Großteil des aus den Meerestiefen freigesetzten Methans wird im Wasser aufgelöst und trägt zur Versäuerung des Wassers bei, bevor es die Atmosphäre erreicht. Das Aufsteigen nach seiner Freisetzung aus Methanhydrat geschieht Etappenweise und ist nicht vorhersagbar. "Falls sich dieser Vorgang an den arktischen Kontinentalrändern weiter ausbreitet, könnten bald dutzende Megatonnen Methan pro Jahr in den Ozean freigesetzt werden. Das entspricht bis zu zehn Prozent der weltweiten Gesamtmenge an diesem Treibhausgas, die jährlich durch natürliche Quellen freigesetzt wird", warnt Forschungsleiter Graham Westbrook.


Permafrostboden: Auftauende Bakterien sind wahre Klimakiller (03.08.2009)
Vor 100.000 Jahren wurden Bakterien im arktischen Dauerfrostboden eingefangen. Jetzt werden sie durch die Erderwärmung aus ihrem "Dornröschenschlaf" geweckt und beginnen Methan zu produzieren – ein hochwirksames Klimagas, das den Klimawandel rund 25 mal stärker anfacht als Kohlendioxid.


Das Rülpsen der Rinder (28.06.2009)
Kühe und andere Nutztiere blasen gewaltige Mengen des Treibhausgases Methan in die Atmosphäre. Doch der wahre, durch das Rindvieh verursachte Schaden dürfte woanders liegen. 


In den Polarböden lauern gefährliche Klimakiller (28.05.2009)
Der Effekt gleicht einer Bombe, die mit Verzögerung detoniert: Durch das langsame Auftauen der Permafrostböden in Sibirien, Alaska, Kanada und Nordskandinavien werden immer mehr Gase wie Kohlendioxid und Methan freigesetzt. Letzteres schädigt das Klima 20 Mal stärker als Kohlendioxid.


Permafrost: Mikroben beschleunigen Klimaerwärmung (03.04.2009)
Im Zuge der allgemeinen Erderwärmung erwärmen sich auch die arktischen Dauerfrostböden oder können sogar gänzlich tauen. Die höheren Temperaturen verändern die dortige Lebensgemeinschaft Methan bildender Mikroorganismen. Mikrobiologen des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) und der Universität Hamburg haben die Anpassung dieser Organismen an ihre Umwelt untersucht. In einer aktuellen Veröffentlichung der Zeitschrift „Environmental Microbiology“ berichten sie, dass die Organismen auf die Erwärmung ihres Lebensumfelds mit einer gesteigerten Stoffwechselaktivität und damit mit einer erhöhten Methan-Produktion reagieren. [...] Das Klimagas Methan entsteht beim Abbau von Kohlenstoff durch die so genannten methanogenen Archaeen. Diese Organismen leben im Wasser, im Boden, aber auch im Darmtrakt von Tieren und Menschen. „Wie viel Kohlenstoff umgesetzt und wie viel Methan dementsprechend gebildet wird, hängt von der Stoffwechselaktivität der Organismen und von der Zusammensetzung der mikrobiellen Gemeinschaft ab“, erläutert der Mikrobiologe Dirk Wagner von der AWI-Forschungsstelle in Potsdam. „Deshalb beschäftigen wir uns intensiv mit der Frage, wie sich diese beiden Parameter mit steigender Temperatur im Permafrost verändern.“


Klimawandel: Ein Gespräch über die Chancen, die Welt zu retten (26.03.2009)
Schellnhuber: Wissenschaftler von der University of Victoria in Kanada zeigen sich nach neuesten Messungen außerordentlich besorgt darüber, wie rasch die Permafrostböden auftauen und Methan freisetzen, das ein hochpotentes Treibhausgas ist. Ich habe Bilder gesehen aus Sibirien, wo Leute im Schnee herumstapfen, mit den Absätzen ein Loch in den Boden treten und dann ein Feuerzeug hinhalten – sofort entsteht eine Stichflamme. In den Permafrostböden sind vermutlich mindestens eine Billion Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Das ist zehnmal so viel, wie die Menschheit bisher durch Verbrennung von Kohle, Gas und Öl freigesetzt hat. [...] Uns Klimawissenschaftlern ist natürlich schon lange bewusst, dass die Fluchttür beim Klimawandel nur noch eine Handbreit offen steht. Bald könnte sich diese Tür ganz schließen – etwa durch die eben angesprochene Freisetzung der Methangase aus terrestrischen und marinen Quellen. Und wenn wir tatsächlich in diesem Jahrhundert eine globale Erwärmung von fünf, sechs Grad zustande bringen, dann wird es auf diesem Planeten eine Hochzivilisation, wie wir sie heute kennen, nicht mehr geben.


Lachgas: Klimagefahr aus dem hohen Norden (16.02.2009)
Nicht nur Kohlendioxid und Methan, auch Lachgas zählt zu den Treibhausgasen, die für den weltweiten Klimawandel verantwortlich sind. In der subarktischen Tundra haben Forscher nun neue, bislang unbekannte Quellen des Stoffs ausgemacht. (...) Der Stoff gilt als drittwichtigstes Treibhausgas - und wird für etwa sechs Prozent des menschgemachten Treibhauseffekts verantwortlich gemacht. Auf ein Molekül bezogen ist seine Klimawirkung in einem 100-Jahres-Zeitraum etwa 300 mal so stark wie die von Kohlendioxid und immerhin noch 12 mal stärker als die von Methan.


Neue Studie: Im Permafrost-Boden tickt eine Klima-Zeitbombe (16.02.2009)
Klimaforscher haben neue beunruhigende Erkenntnisse gewonnen: In Zukunft werden wir mit einem Klima konfrontiert sein, das auch die düstersten Szenarien in den Schatten stellt, die auf Grundlage von Computer-Simulationen erwogen wurden. Schuld sind vor allem die auftauenden Permafrost-Böden in Sibirien und Kanada.


CO2-Emissionen steigen unaufhörlich (15.02.2009)
"Wir haben es in der Zukunft mit einem Klima zu tun, das weit über alles hinausgeht, was wir auf der Grundlage von Simulationen bisher ernsthaft erwogen haben", warnte Field. Sorge bereitet ihm und seinen Kollegen, dass die vom Menschen ausgelöste Erderwärmung enorme Mengen von CO2 und Methan in der arktischen Tundra freisetzen könnte.


Präsident des Umweltamtes will uns das Fleisch vermiesen (23.01.2009)
Ob Schnitzel oder Rindersteak - der Deutsche lässt sich das auch in der Woche schmecken. "Falsch!", ruft jetzt Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes in Berlin. Und fordert zum Verzicht auf: "Ich empfehle eine Rückkehr zum Sonntagsbraten!" Der Mann will uns das Fleisch vermiesen - und zwar vor allem der Umwelt zuliebe. Er hat dabei besonders die Rinder im Visier: Denn die, so Troge, tragen maßgeblich zur Erderwärmung bei, sind also "wahre Klima-Killer". Beim Verdauen der Nahrung setzen sie Methan frei, und das wirke bis zu 23 Mal stärker auf die Atmosphäre als Kohlendioxid.


Arktisches Methan: Die Zeitbombe tickt lauter (20.12.2008)
[...] Bleiben die Kadaver aber unter Luftabschluss, dann kommen andere Bakterien zum Zuge, die Methan (CH4) produzieren. Und Methan ist, je nach dem wie lange es letztlich in der Atmosphäre bleibt, ein 20 bis 25mal so effektives Treibhausgas wie Kohlendioxid. Die Mengen, um die es geht, sind gewaltig. Russische Wissenschaftler schätzen, dass auf dem sibirischen Festland rund 900 Gigatonnen Kohlenstoff (Gt C, eine Gigatonne entspricht einer Milliarde Tonnen) im Permafrost, das heißt im dauerhaft gefrorenen Boden gespeichert sind. Zum Vergleich: Vor Beginn der Industrialisierung enthielt die Atmosphäre (hauptsächlich in Form von CO2) etwa 540 Gigatonnen Kohlenstoff, derzeit ist dieser Wert auf 730 Gigatonnen angestiegen.


Methan aus dem Meeresboden: Vor Sibiriens Küste entweicht Treibhausgas (18.12.2008)
Die Geologen um Igor Semiletov von der Universität von Alaska in Fairbanks waren im Sommer 2008 mit dem Forschungsschiff "Jacob Smirnitskyi" die sibirische Küste entlanggefahren und hatten im Rahmen der ISS-Studie (International Siberian Shelf Study) die Methankonzentration im Meerwasser gemessen. Sie fanden nicht nur große Mengen des Gases im Wasser, sondern auch Stellen, an denen Methanblasen aus dem Meer aufstiegen. "Die Methankonzentrationen waren die höchsten, die jemals im Sommer im Arktischen Ozean gemessen wurden", so Semiletov. "Wir wussten nicht, dass das enorme Kohlenstoffreservoir so extrem verwundbar ist." Die sibirische See ist an vielen Stellen sehr flach. Dadurch werde nach Aussage der Forscher das aufsteigende Methan nicht oxidiert und könne direkt in die Atmosphäre gelangen.


Klimagefahr aus der Arktis - Forscher finden Anzeichen für tauendes Methaneis (17.12.2008)
Tauen die arktischen Permafrostböden auf, könnte dies die globale Erwärmung drastisch beschleunigen. Über erste Anzeichen für dieses Szenario mit weitreichenden Folgen für das Erdklima berichtete nun ein internationales Forscherteam auf der Herbsttagung der American Geophysical Union in San Francisco.


Zeitbombe in der Arktis (04.11.2008)
Eine Gruppe von US-amerikanischen, australischen und britischen Luftchemikern hat festgestellt, dass die Methan-Konzentration in der Atmosphäre wieder steigt. Rund zehn Jahre hatte sie auf nahezu konstantem Niveau verharrt, doch seit Anfang 2007 nimmt sie nun weiter zu, berichtet das Massuchusetts Institut of Technology. Ein wissenschaftlicher Beitrag über die Messergebnisse, soll demnächst in den Geophysical Review Letters veröffentlicht werden und liegt Telepolis vor.


Treibhausgas Methan: Ruhepause beendet (31.10.2008)
Die Menge des starken Treibhausgases Methan in der Erdatmosphäre hat sich im letzten Jahr wieder stark erhöht. Dieser neue Anstieg beendet eine rund zehnjährige Periode der Stabilität, in der sich die Emissionen und der atmosphärische Abbau etwa die Waage hielten. Das berichten amerikanische Forscher jetzt in der Fachzeitschrift "Geophysical Review Letters".


Klimawandel: Methangehalt der Luft steigt besorgniserregend (30.10.2008)
Geophysiker messen seit 2007 einen sprunghaften Anstieg des Treibhausgases Methan in der Atmosphäre. Das könnte den Klimawandel beschleunigen.


Gefährliches Methanhydrat: Klimakiller löst sich aus den Tiefen des Eismeeres (25.09.2008)
Gasblasen, die großflächig vom Meeresgrund an die Oberfläche blubbern: Eine russisch-schwedische Arktisexpedition hat ein dramatisches Phänomen im Eismeer beobachtet. Der arktische Meeresboden setzt offenbar große Mengen des Klimakillers Methan frei.


Klima: Warnsignale aus dem hohen Norden (18.09.2008)
Das Forschungsteam der International Siberian Shelf Study Expedition fand heraus, dass auch der arktische Meeresboden zu tauen beginnt. Das darin enthaltene Methan entweicht in die Atmosphäre. "Steigende Temperaturen in Sibirien führen zum Auftauen der Permafrostböden. Dabei werden große Mengen treibhauswirksames Methan freigesetzt, was die globale Erwärmung weiter anheizt", erklärt Smid. Methan ist wie CO2 ein Treibhausgas. Jedoch ist es im Vergleich zu CO2 21 mal so klimawirksam. Dadurch tauen die Meeresböden immer stärker, weshalb noch mehr Methan frei wird.


Sibirien: Auftauende Permafrostböden heizen Klima an (17.09.2008)
Forscher aus Göttingen warnen vor einem Verstärkereffekt, der in bisherigen Klimaprognosen nicht berücksichtigt wird: So führten die steigenden Temperaturen in Sibirien zum Auftauen der Permafrostböden. Dadurch würden große Mengen Kohlenstoff und Methan freigesetzt, was den Treibhauseffekt noch weiter verstärke.


Göttinger Wissenschaftler untersuchen Auswirkungen des Temperaturanstiegs auf Permafrostböden (16.09.2008)
Die globale Klimaerwärmung wird in Nordsibirien zu einer weitaus höheren Freisetzung von Treibhausgasen führen als bislang prognostiziert: Mit einem Anstieg der Temperatur von sechs bis sieben Grad, den Experten noch in diesem Jahrhundert erwarten, verändern sich die Auftautiefen der Permafrostböden, wodurch große Mengen an Kohlenstoff freigegeben werden. Zusätzlich wird es zu tiefgreifenden Veränderungen im Wasserhaushalt der Permafrostgebiete kommen und die Vegetationszonen werden sich weiter nach Norden verschieben. Damit gelangt neben dem Treibhausgas Kohlendioxid auch in erheblichem Umfang Methan in die Atmosphäre, was Treibhauseffekt und Temperaturanstieg weiter verstärkt, erläutert Prof. Dr. Heiner Flessa. „Der weltweite Wandel des Klimas verursacht Rückkopplungsreaktionen, die in den bisherigen Klima-Modellen noch nicht oder nur unzureichend berücksichtigt sind“, mahnt der Bodenkundler an der Universität Göttingen.


Neues Alarmzeichen aus dem Nordpolarmeer (11.09.2008)
Nachdem seit Kurzem zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit der Nordpol umfahren werden kann, gibt es nun eine neue Alarm-Meldung aus dem Nordpolarmeer: Wissenschafter haben festgestellt, dass der bisher gefrorene Meeresboden auftaut, wodurch das dort gespeicherte Treibhausgas Methan in die Atmosphäre entweichen wird. "Dieses auftauende Methangas kann das Weltklima nun endgültig ins Wanken oder gar zum Kippen bringen", warnt Greenpeace-Klimaexperte Jurrien Westerhof.


Unter dem Meeresboden das Klimagas (05.09.2008)
Es perlt. Und Örjan Gustafsson findet das sehr beunruhigend: "Wir haben eine neue Region im Meer gefunden, in dem eine aktive Ausgasung stattfindet. Bislang war man davon ausgegangen, dass diese Meeresböden kein Methangas freisetzen, weil sie seit der letzten Eiszeit gefroren sind. Das stimmt also nicht mehr." Was der Professor für die Biochemie der Meere von der Universität Stockholm im ostsibirischen Laptewmeer, etwa auf halber Strecke zwischen Nordnorwegen und Alaska entdeckt hat, bestätigt Befürchtungen, die russische Forscher schon länger haben.


Weniger Fleisch, besseres Klima (26.08.2008)
Die Landwirtschaft ist ein wahrer Klimakiller: Wiederkäuende Rinder, überdüngte Äcker und energieintensive Agrarbetriebe sind allein in Deutschland für 13 Prozent aller Treibhausgase verantwortlich. Damit entsprechen sie fast den gesamten Emissionen aus dem Straßenverkehr. Zudem ist Methan, das im Magen von Kühen entsteht, zwanzig Mal klimaschädlicher als Kohlendioxid aus dem Auspuff.


Klimakiller Methan: Eine Frage der Futter-Verwertung (22.08.2008)
Das Problem bei der Viehhaltung ist das vor allem in den hoch spezialisierten Mehrfachmägen der Wiederkäuer - vor allem Rinder, Ziegen, Schafe - entstehende Methan. Speziell während des eigentlichen Wiederkäuens rülpsen die Tiere mehr oder weniger minütlich und lassen dabei einen Teil des extrem stark wirkenden Treibhausgases Methan in die Umwelt. Für die Haltung vor allem von Rindern werden zudem auch Wälder gerodet und durch Weideflächen ersetzt. Auch das weist eine schlechte Bilanz in Sachen Treibhausgase aus, da Weiden im Gegensatz zu Wäldern praktisch keinen Kohlenstoff speichern. [...] So stößt eine Hochleistungs-Kuh rund 20 bis 25 Gramm Methan pro produziertem Liter Milch aus. In Entwicklungsländern sind es bis zu 500 Gramm pro Liter.


Unser täglich Fleisch - so essen wir die Welt kaputt (25.07.2008)
Fleisch und Milch sind Klimakiller. Ein Kilo Fleisch verursacht Treibhausgase, die 36 Kilogramm Kohlendioxyd entsprechen - genauso viel wie eine Autofahrt von 250 Kilometern. Laut Klimareport der Vereinten Nationen ist die weltweite Viehwirtschaft schädlicher für das Klima als der komplette Verkehrssektor mit all seinen Autos, Motorrädern und Flugzeugen. Die Produktion von Rindfleisch setzt z.B. 43mal so viel CO2-Äquivalente frei wie der Anbau von Nahrungspflanzen. Besonders schädlich ist Methangas, das Wiederkäuer wie Rinder und Schafe ausstoßen. Eine einzige Milchkuh produziert jährlich 75 Kilogramm Methan, was über 1,5 Tonnen Kohlendioxyd entspricht, sie ist genauso klimaschädlich wie ein Kleinwagen, der 18.000 km pro Jahr fährt.


Hinweise auf langfristige CO2-Schwankungen (21.05.2008)
Die Resultate, zu denen Berner Experten massgeblich beigetragen haben, zeigen laut den Wissenschaftern zum einen, dass die schon zuvor festgestellte enge Verknüpfung des Verlaufs von Treibhausgaskonzentrationen – vor allem Kohlendioxid (CO2) und Methan – und der antarktischen Temperatur auch über die letzten 800 000 Jahre und damit über acht volle Eiszeitzyklen in der Regel erhalten ist und dass heute deutlich mehr Treibhausgase in der Atmosphäre sind als je in der vorindustriellen Zeit; beim CO 2 sind es über 28 Prozent, beim Methan über 124 Prozent mehr.


CO2 auf höchstem Wert seit 800.000 Jahren (15.05.2008)
Rekordwerte bei Kohlendioxid und Methan: Noch nie in den vergangenen 800.000 Jahren lag die Konzentrationen der Treibhausgase in der Atmosphäre so hoch wie heute. Das haben zwei internationale Forscherteams bei der Analyse von Eiskernen aus der Antarktis herausgefunden.


Rätselhafte Sonnenaktivität (21.04.2008)
Das Verschwinden des Polareises ist ein sogenannter Kipppunkt, bei dem irreversible positive Rückkopplungen einsetzen. Die Klimaforscher haben 15 solcher Punkte identifiziert (siehe Grafik). Einer davon ist die Freisetzung des in den Permafrostböden gebundenen Methans, das über 20-mal stärker als Treibhausgas wirkt wie CO2. Auch dieser Prozess, mit dem sich die globale Erwärmung selbst verstärkt, hat offenbar bereits begonnen. Dies berichteten russische Polarforscher unlängst bei der Jahrestagung der Europäischen Geowissenschaftlichen Union in Wien. Das Methan liegt am Meeresgrund und in den Böden der Kontinentalschelfe in sogenannten Gashydrat vor. Das sind feste Klumpen aus Eis und Methan, die durch tiefe Temperaturen und hohen Druck zusammengehalten werden. Steigt die Temperatur, werden sie instabil, und das Methan entweicht in die Luft. Bei einer Forschungsfahrt im Sommer 2007 stellten die Russen fest, dass das Wasser über dem Schelf vor der sibirischen Küste mit gelöstem Methan „hochgradig übersättigt“ war. In der Luft über dem Meeresgebiet übertraf die Menge des Treibhausgases den Normalwert stellenweise um das Fünffache. Die Forscher kalkulierten zudem, was geschehen würde, wenn das gesamte im Schelf gebundene Methan freigesetzt wird: Die Gaskonzentration in der Erdatmosphäre stiege um etwa das Zwölffache. Die Folge wäre eine katastrophale Erderwärmung.


Sibiriens Klimagas-Tresor öffnet sich (16.04.2008)
Ein neuer Klimaschock bahnt sich an: Forscher haben alarmierende Hinweise gefunden, dass der gefrorene Boden im Schelfmeer der Arktis auftaut und eingelagertes Methan freisetzt. Die Folge wäre eine katastrophale Erderwärmung - Methan ist ein noch viel stärkeres Treibhausgas als CO2.


Interview: "Wir müssen scharf ran" mit Renate Künast (04.2008)
Renate Künast, Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Grünen, über eine radikale Änderung der EU-Agrarhilfen, über Klimaschutz und zu viel Fleisch auf unseren Tischen.
Frage: 80 Prozent der Treibhausgas-Emissionen der Landwirtschaft stammen aus der Tierhaltung, vor allem der Rinderhaltung. Sollen wir weniger Fleisch essen und weniger Milch trinken, um das Klima zu retten?
Künast: Wir müssen. Wir können nicht länger so tun, als würden wir bei der Arbeit gegen den Klimawandel mit kleinen Korrekturen zurechtkommen und im Übrigen den alten Wohlstand verteidigen. Wir müssen das gute Leben neu definieren. Die erste Frage ist: Wie klimaschädlich ist der Genuss von Rindfleisch? Aus diesem Bereich kommt die höchste Belastung, nicht nur durch Methan, sondern auch durch die Fütterung. Angefangen beim intensiven Maisanbau bis hin zum Flächenverbrauch etwa in Brasilien, wo Regenwald gerodet und Flächen für den Sojaanbau umgebrochen werden. Das wird dann aufwendig nach Europa transportiert, um es hier zu verfüttern. Wir müssen uns die Frage stellen, ob es richtig ist, weiterhin so viel Fleisch zu essen.


Hintergrundinformation: Emissionssteuer für Methan und Lachgas (20.02.2008 • PDF-Datei • 36,9 KB)
[...] Insbesondere die Treibhausgase Methan und Lachgas gehen zum Großteil auf das Konto der Landwirtschaft. Der weltweite Methanausstoß ist zu über 50 Prozent auf den Agrarsektor zurückzuführen. Bei Lachgas beträgt dieser Anteil sogar 70 Prozent. Lachgas wird vorwiegend durch die Lagerung und Ausbringung von Dünger freigesetzt; Methan vorwiegend durch Verdauungsvorgänge von Rindern und anderen Wiederkäuern. [...] Bislang haben Emissionen keinen Preis. Deshalb besteht kein ökonomischer Anreiz für den Einsatz klimaschonender Technologien oder für die Umstellung auf nachhaltige landwirtschaftliche Produktionsmethoden wie den ökologischen Landbau. Die Emissionssteuer schafft einen Preis und verteuert die Emissionen. Dies gibt dem Verursacher einen Anreiz, je nach der Höhe der Steuer, die Emissionen mehr oder weniger stark zu reduzieren.


Blubbernder Klimawandel (13.02.2008)
"Die Seen der Arktis waren nicht auf unserer Liste der großen globalen Methanquellen, denn im Wasser selbst ist kaum Methan gelöst. Aber wenn man die Luftblasen berücksichtig, die aus dem Seeboden aufsteigen, sieht das ganz anders aus. Bei unseren Seen waren die Blasen für 95 Prozent der Methanemissionen verantwortlich." Ihren Ergebnissen zufolge sind die Methanemissionen aus den sibirischen Seen vermutlich bis zu fünfmal so hoch wie bisher angenommen. Und je stärker sich das Klima erwärmt, und je mehr Permafrostboden taut, desto mehr neue Seen entstehen. Das gilt für Sibirien genauso wie für Alaska und alle anderen Regionen der Arktis. Und nichts davon sei in den heutigen Klimamodellen enthalten.


Agrarpolitik gleich Klimaschutz(politik)? (20.01.2008 • PDF-Datei • 46 KB)
Der Anteil der Landwirtschaft am anthropogenen Klimaeffekt beträgt rund 20 Prozent. Werden Landnutzungsänderungen einbezogen, steigt diese Zahl auf bis zu 30 Prozent. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass der Landwirtschaft in der europäischen Klimapolitik nur eine marginale Rolle zugewiesen wird. [...] Der ökologische Landbau ist nachweislich klimafreundlicher als konventionell bewirtschaftete Flächen. Gründe sind unter anderem die höhere Kohlendioxidbindung im Boden (bessere Bodenstruktur) sowie der im Vergleich niedrigere Energieverbrauch von 46-49 Prozent pro Hektar. [...] Flankierend sollte eine Emissionssteuer für Methan und Lachgas eingeführt werden, um einen signifikanten Rückgang der Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft zu gewährleisten. Der Steuersatz sollte für Methan und Lachgas im
CO2-Äquivalent die gleiche Höhe aufweisen.


Die Kuh – eine Klimasünderin? (28.12.2007)
Doch wie stark trägt die Landwirtschaft überhaupt zum Treibhausgasausstoss der Schweiz bei? Immerhin zählt die Schweiz ungefähr 900 000 sogenannte Grossvieheinheiten Rindvieh. Das entspricht laut Jürg Jordi vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) rund 1,5 Millionen Kühen, Munis und Kälbern. Wiederkäuer wie diese scheiden als Folge ihres Verdauungsprozesses das Treibhausgas Methan (CH4) aus; 1 Kilogramm Methan entspricht laut Agrarbericht dem Klimaerwärmungspotenzial von 21 Kilogramm Kohlendioxid. Die Landwirtschaft hat einen Anteil an den schweizerischen Methanemissionen von beinahe 80 Prozent.


Klimaschutz im Rinderstall (05.11.2007)
„Methan und Lachgas aus der Landwirtschaft sind weitgehend vernachlässigte Treibhausgase“, erläutert Dr. Harald von Witzke, Professor für internationalen Agrarhandel an der Berliner Humboldt Universität. Obwohl man längst wisse, dass Methan 21-mal und Lachgas sogar 310-mal so klimawirksam wie Kohlendioxid ist, gebe es nach wie vor keine klimapolitischen Vorgaben für die Landwirtschaft. Hier bestehe dringender Handlungsbedarf.


WWF fordert Steuer auf Kuh-Abgase (05.11.2007)
Gedüngte Felder und rülpsende Kühe sind in Deutschland für elf Prozent des Treibhausgas-Ausstoßes verantwortlich, rechnet der WWF vor. Die Umweltschutz-Organisation schlägt deshalb Emissionssteuern für die Landwirtschaft vor, auch wenn das die Lebensmittel verteuert. [...] "Die rechnerisch einfachste Lösung wäre, wenn alle Menschen sich ab sofort vegan ernähren würden", erklärte der UBA-Experte. Das werde jedoch kaum passieren. Schulz verweist auch darauf, dass ein Verzicht auf Viehhaltung die Landwirtschaft existentiell bedrohen würde. Als guten Kompromiss empfiehlt Schulz die mediterrane Ernährung. Ein Italiener beziehe nur etwa 25 Prozent seiner täglichen Kalorienaufnahme aus tierischen Quellen, die Deutschen dagegen bei 39 Prozent. "Lebensfreude und weniger Fleisch sind also durchaus vereinbar", meint Schulz.


Hintergrundinformation: Methan und Lachgas - Die vergessenen Klimagase (05.11.2007 • PDF-Datei • 58,1 KB)
Die Rolle der Landwirtschaft im globalen Klimawandel


Methan und Lachgas - Die vergessenen Klimagase - Kurzfassung (11.2007 • PDF-Datei • 2,5 MB)
Wie die Landwirtschaft ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten kann - Ein klimaschutzpolitischer Handlungsrahmen 25 Thesen zu einer landwirtschaftlichen Klimaschutzpolitik


Methan und Lachgas - Die vergessenen Klimagase - Langfassung (11.2007 • PDF-Datei • 1,1 MB)
Wie die Landwirtschaft ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten kann - Ein klimaschutzpolitischer Handlungsrahmen


Methanblasen aus der Arktis und das Ende der Eiszeit (28.10.2007)
Aus arktischen Seen steigen kleine Blasen mit Methan auf. Wurden sie bisher als Quellen für Treibhausgas schlicht übersehen? Wissenschaftler hoffen jetzt erklären zu können, warum die Konzentration des Gases am Ende der letzten Eiszeit anstieg.


Als die Seen zu blubbern begannen (26.10.2007)
Verrottendes Material am Boden von Seen in den riesigen Permafrostgebieten Sibiriens und Nordamerikas war am Ende der letzten Eiszeit vermutlich eine wichtige Methanquelle. Diese sogenannten Thermokarst-Seen wurden bei Modellrechnungen zum Methanbudget bislang nicht in Betracht gezogen. Katey Walter und Kollegen berichten jetzt jedoch, dass die arktischen Seen womöglich für fast 90 Prozent der Emissionen verantwortlich waren.


Sibirien: Auftauender Permafrost löst Knochenboom aus (19.09.2007)
Die sibirische Tundra taut - und gibt prähistorische Schätze frei. Ein Knochen-Rausch hat die Region erfasst, ein schwunghafter Handel mit Mammutknochen und Löwenschädeln ist im Gange. Gleichzeitig droht durch das Auftauen des Bodens die globale Klimakatastrophe zu eskalieren.


Weniger Fleischkonsum verlangsamt Klimawandel (13.09.2007)
Eine Reduzierung des Fleischkonsums könnte einer Studie zufolge die globale Erwärmung verlangsamen. Der Grund: Weniger Nutztiere stoßen weniger Methan aus, eines der Treibhausgase. Zum Verzehr bestimmte Tiere sind demnach für fast ein Viertel aller Emissionen weltweit verantwortlich. Weniger Nachfrage nach Fleisch sei "die einzige wirkliche Alternative", erklärte einer der Autoren, John Powles von der Cambridge University.


Verminderung von Fleischkonsum trägt zum Klimaschutz bei (13.09.2007)
"Weltweit trägt die Landwirtschaft, insbesondere die Viehzucht, etwa zu einem Fünftel zu den gesamten Treibhausgas-Emissionen bei", schreibt ein Team um Tony McMichael von der Australian National University in Canberra im britischen Medizinjournal "The Lancet" vom Donnerstag. Bei der Verdauung scheiden beispielsweise Rinder große Mengen des Treibhausgases Methan aus.


Treibhausgas Methan: Klimatod im Reisfeld (05.09.2007)
Keine Kulturpflanze sondere so viel Methan ab wie Reis, erklärt Reiner Wassmann von Internationalen Reisforschungsinstitut auf den Philippinen. "Wenn asiatische Länder Möglichkeiten zur Reduzierung von Treibhausgasen sondieren, müssen sie auf die Reisproduktion schauen", erklärt Wassmann. [...] Verbesserungen beim Reisanbau und Veränderungen bei der Nutztierhaltung könnten nach Angaben des IPCC die durch die Landwirtschaft verursachten Methan-Emissionen um 15 bis 56 Prozent reduzieren. Und viele Länder in Asien dürften mit Reformen beim Reisanbau weniger Probleme haben als mit anderen Empfehlungen des Weltklimarats wie dem Verzicht auf Energiegewinnung durch Kohle und der Umstellung auf vergleichsweise teure Solarzellen - da sind sich Experten sicher.


Methan aus Reisanbau ist ein Klimakiller (05.09.2007)
Über vielen Großstädten Asiens hängen dicke orangefarbene Wolken. Die Bewohner tragen Atemschutzmasken. Rauchende Kohlekraftwerke und stinkende Diesel-Busse sind schuld. Doch auch der Reisanbau hat verheerende Folgen für Klima und Umwelt.


Ein Kilo Fleisch verursacht 36 Kilogramm Kohlendioxid (19.07.2007)
Die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch belastet das Klima so stark wie 250 Kilometer Autofahrt. Das hat eine japanische Studie zur Umweltbilanz von Rindern ergeben. Am klimaschädlichsten ist das Methan, das die Tiere bei der Verdauung ausstoßen.


Ein Kilo Fleisch – schädlich wie 250 km Autofahrt (18.07.2007)
Die Herstellung von einem Kilogramm Rindfleisch ist so klimaschädlich wie eine Autofahrt von 250 Kilometern. Das berichtet das britische Magazin „New Scientist“ mit Verweis auf japanische Forscher. Sie berücksichtigten unter anderem die Futterproduktion und das Methangas, das Rinder bei der Verdauung ausstoßen.


Klima: Sibirien versinkt im Schlamm (01.07.2007)
Die Arktis erwärmt sich besonders stark. Die Dauerfrostböden tauen. In Sibirien und Alaska versinken Gebäude und Straßen. Zudem setzen Bakterien im Boden die Treibhausgase Kohlendioxid und Methan frei. Auf diese Weise verstärkt sich die Erderwärmung.


Klimakiller Kuh (23.04.2007)
[...] In der Gesamtbilanz jedoch verursachen die Folgen der menschlichen Milch- und Fleischeslust die höchsten Methan-Emissionsraten: Bis zu 250 Liter Methan pro Tag scheidet jedes Rind aus. Das führt zu weltweit täglich 300 Milliarden Liter Klimagas. Milliarden Schafe und Ziegen erhöhen die globale Methan-Emission weiter auf etwa 150 Billionen Liter pro Jahr. Viehzucht zieht weitere Klimabelastungen nach sich, weil Tropenwälder vernichtet werden, um Anbauflächen für Futtermittel zu schaffen. Hinzu kommt die Energie, die aufzuwenden ist, um das Futter um den Globus zu transportieren. Auch die 13 Millionen deutschen Rinder werden zu einem großen Teil mit Futter aus Südamerika ernährt. Alles in allem belastet die Rinderzucht nach Berechnungen der Welternährungsbehörde FAO das Klima ähnlich stark wie alle Menschen Indiens, Deutschlands und Japans zusammen. Werden die Schafe, Ziegen und Schweine, das Geflügel und die Erzeugung der Futtermittel mit eingerechnet, ergibt sich ein Betrag, der fast dem Anteil der USA an der globalen Klimabelastung entspricht. Er übertrifft die Klimawirkung des CO2-Ausstoßes des gesamten motorisierten Verkehrs der Erde! [...] Es ist eine zukunftsentscheidende Frage, ob wir uns weiterhin das tägliche Steak auf dem Teller und anderthalb Milliarden Rinder auf diesem Planeten leisten wollen. Wenn der Klimawandel überhaupt noch gebremst werden kann, müssen alle Hauptverursacher miteinbezogen werden.


Schadet Fleischkonsum dem Klima? (16.03.2007)
Die Viehzucht setzt neun Prozent des anthropogenen Kohlendioxids frei, 37 Prozent des Methans sowie 65 Prozent der Stickoxide. Letztere stammen aus den reichlich eingesetzten Düngemitteln. Die Tiere erzeugen naturgemäß riesige Mengen an Gülle. Daraus entfleucht massenhaft Ammoniak in die Luft, das stark zur Versauerung des Regens und damit der Waldböden und Gewässer beiträgt. In den USA erzeugt die landesweit größte Schweinezuchtanlage mehr Mist als die Metropole Los Angeles an Müll. Die Liste der humanitären und Umweltsünden durch die Fleischeslust geht noch weiter: Weltweit hungern über 852 Millionen Menschen, trotz einer weltweiten Getreideernte von 1,57 Milliarden Tonnen (Daten von 2006). Bei einer Weltbevölkerung von rund 6,6 Milliarden gäbe es rein rechnerisch für jeden Menschen pro Tag 652 Gramm Getreide. Doch knapp die Hälfte der globalen Getreideernte und 90 Prozent der jährlichen Erträge von Sojabohnen landen in den Trögen der weltweit 20 Milliarden Nutztiere.


Klimakiller Methangas: Rinder und der Klimawandel (02.03.2007)
Allein in Deutschland werden knapp 13 Millionen Rinder gehalten. 1,4 Milliarden Rinder sind es auf der ganzen Erde. Ihr Lebendgewicht übertrifft das der gesamten Menschheit um das Dreifache. In Deutschland um das Zweifache und auch das ist schon erheblich zu viel, versichert Ökologe Prof. Dr. Josef Reichholf. Ein Viertel der gesamten Landmasse der Erde dient heute als Weideland. Vor allem in Südamerika müssen Wälder den Rinderherden Platz machen: In Brasilien wurde seit 1960 knapp ein Fünftel des Amazonas abgeholzt - mehr als zweimal die Fläche von Deutschland.


Im Eis entscheidet sich unser Schicksal (02.03.2007)
In 1500 Meter Tiefe sind 400 Milliarden Tonnen Methan eingeschlossen. Schon, wenn ein Bruchteil des extrem wirksamen Klimagases freigesetzt wird, könnte das Horror-Szenario wahr werden: Der gesamte Grönland-Eispanzer schmilzt, der Meeresspiegel steigt dann sogar um sieben Meter an.


Der globale Viehbestand als wichtiger Klimafaktor (06.12.2006)
Die Viehzucht trägt gemäss den FAO-Zahlen heute 18 Prozent zu den vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen, gerechnet in Kohlendioxid-(CO2-)Äquivalent, bei - mehr als der Transportsektor. Aufgeteilt auf einzelne Treibhausgase verursacht er (ohne Atmung) 9 Prozent der CO2-Emissionen, 37 Prozent des Methan- und 65 Prozent des Lachgasausstosses. Ein Drittel des bebaubaren Landes wird für den Anbau von Viehfutter und ein Viertel der eisfreien Landfläche der Erde als Weiden genutzt. Die Übernutzung und Verschlechterung der Böden kann ebenso zur Freisetzung von Kohlenstoff führen wie die vor allem in Lateinamerika üblichen Rodungen zur Gewinnung von Weideland. Die Viehzucht beeinflusst zudem vielerorts auch die Biodiversität und den Wasserkreislauf negativ.


Sibirien: Auftauen des Permafrosts alarmiert Klimaforscher (17.09.2006)
Die Permafrost-Böden Sibiriens könnten in der Zukunft Milliarden Tonnen an hoch klimawirksamem Methan in die Atmosphäre entlassen und so zu einem entscheidenden Faktor bei der globalen Erwärmung werden. Zu diesem Schluss kam nach Berichten des US-amerikanischen Wissenschaftsjournals New Scientist ein russisch-englisches Forscherteam, das die Methan-Emissionen sibirischer Oberflächenseen gemessen hat. Nach ihren Ergebnissen emittieren diese Seen bereits jetzt etwa 60 Prozent mehr an Methangas, als man bisher angenommen hatte. Methan ist als Klimagas etwa 20-mal wirksamer als Kohlendioxid.


Und ewig blubbern die Seen - Permafrost als Klimafaktor (07.09.2006)
Die Seen, die sich in Sibiriens ehemals permanent gefrorener Tundra bilden, geben überraschend viel klimawirksames Methan von sich. Was seit Zehntausenden von Jahren im Erdboden festgefroren war, sprudelt jetzt ungehindert und massenhaft an die Wasseroberfläche und dann in die Luft. In der aktuellen "Nature" liefern Wissenschaftler eine Abschätzung.


Erderwärmung: Gefährliche Blasen in sibirischen Seen (07.09.2006)
In Sibirien taut immer mehr Permafrostboden auf - und gibt dabei das Treibhausgas Methan frei. Die Menge, die aus den dabei entstehenden Tauwasser-Seen in die Atmosphäre gelangt, ist offenbar viel größer als bisher angenommen.


Methan: Pflanzen produzieren gewaltige Mengen Treibhausgas (11.01.2006)
[...] In der aktuellen Ausgabe des Fachblatts "Nature" schreiben sie, dass Pflanzen sehr wohl in ihren normalen Lebensräumen Methan abgeben. Und das nicht zu knapp: 60 bis 240 Millionen Tonnen des Treibhausgases setze die Flora pro Jahr frei, was bis 10 bis 30 Prozent der weltweiten Emissionen ausmache. Zwar ändert das nichts an der Gesamtmenge der Methan-Emissionen an sich, die durch Messungen prüfbar ist. "Es wurde keine neue Methanquelle gefunden", sagte Martin Claußen vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie. Für die Berechnung von Klimamodellen sei die Entdeckung der Heidelberger Forscher jedoch "interessant und aufregend". Denn in ihnen komme es auf das Wechselspiel der unterschiedlichen Treibhausgas-Quellen an.


Sibirien schmilzt (17.08.2005)
Die Nachricht über die dramatischen Veränderungsprozesse in einer der unberührtesten Landschaften der Welt kommt von Sergei Kirpotin, Botaniker an der staatlichen Universität von Tomsk und Judith Marquand, von der University of Oxford. Das plötzliche Schmelzen eines Gebiets so groß wie Deutschland und Frankreich zusammen, könnte Milliarden Tonnen Methangas in die Atmosphäre freisetzen. Methan gehört zu den potentiellen Treibhausgasen.


Klimakiller Methan (18.06.2004)
Wissenschaftler haben festgestellt, dass der Methanpegel der Atmosphäre in den letzten 200 Jahren immer weiter angestiegen ist. 1751 ppb (parts per billion) sind es heute. Das ist rund zweieinhalb mal so viel wie noch vor der industriellen Revolution. Die Klimaexperten schätzen deshalb, dass Methan mittlerweile für rund ein Fünftel des vom Menschen verursachten Treibhauseffektes verantwortlich ist. Nur etwa ein Drittel der Methanemissionen stammt nach Schätzungen der Forscher aus natürlichen Quellen wie Feuchtgebieten, Sümpfen oder dem tropischen Regenwald. Der verbleibende Rest von knapp 70 Prozent ist dagegen direkt oder indirekt auf menschliche Einflüsse zurückzuführen.


Überblick (18.06.2004)
Während in Klimaschutzdiskussionen meist das CO2 als Sündenbock für den anthropogenen Treibhauseffekt genannt wird, wird die Rolle des Methan bei der globalen Erwärmung heute noch oft unterschätzt. Klimaexperten gehen davon aus, dass Methan mittlerweile für rund ein Fünftel des vom Menschen verursachten Treibhauseffektes verantwortlich ist.


Zwischen Alarm und Entwarnung (18.06.2004)
So sorgen die mittlerweile rund zwei Milliarden oder mehr Köpfe zählenden Viehherden für eine ebenso große Treibhauswirkung wie alle Autos der Welt zusammen genommen. [...] Wissenschaftler befürchten zudem, dass durch die globale Erwärmung sogar die in riesigen Mengen der am Meeresboden lagernden Gashydrate „auftauen“. Das darin enthaltene Methan könnte dann – wie vermutlich bereits in der Erdgeschichte mehrfach geschehen – spontan und in großen Mengen in die Atmosphäre abgegeben werden. Die Folgen für Mensch und Natur wären fatal. Vor rund 55 Millionen, im Eozän, dies haben norwegische Wissenschaftler vor kurzem herausgefunden, waren höchstwahrscheinlich Methanausbrüche aus dem Meer dafür verantwortlich, dass die Polkappen abschmolzen und am Nordpol sogar Palmen wuchsen.


Kühe als Umweltverpester (18.06.2004)
[...] Dort erfährt er, dass Kühe wie alle Wiederkäuer und damit auch Schafe oder Ziegen, große Mengen des starken Treibhausgases Methan produzieren. 280 bis 300 Liter pro Tag kann ein ausgewachsenes Rind nach Angaben von Forschern abgeben. Bei Schafen sind es immerhin noch 25 bis 35 Liter täglich. Im Jahresdurchschnitt sammeln sich so bei jeder Kuh rund 100 Kilogramm dieses Gases an, bei modernen Hochleistungskühen sind es sogar 120 oder mehr. [...] Bei rund zwei Milliarden Wiederkäuern, die nahezu jeden Winkel der Erde bevölkern, ist es deshalb kein Wunder, dass diese Tiere erheblich zum Treibhauseffekt beitragen. Doch das ist längst noch nicht alles. Bis zu 90 Kilogramm Methan pro Jahr liefern zusätzlich der Kot und die Gülle einer Kuh.


Gefährliche Symbiose zwischen Rind und Mikrobe (18.06.2004)
Rund 300 Liter Methan erzeugt jedes Rind täglich – schon das hört sich nach viel an. Richtig deutlich wird das Problem erst, wenn man die Gesamtbilanz der Kuh- und Schaf-Emissionen betrachtet. So haben beispielsweise australische und neuseeländische Klimatologen herausgefunden, dass die Wiederkäuer für 15 beziehungsweise 43 Prozent aller Treibhausgasemissionen der beiden Länder verantwortlich sind. Und auch in Deutschland ist die Situation nur unwesentlich anders. Hier stammt rund ein Drittel der sechs Millionen Tonnen Methan, die jedes Jahr in die Atmosphäre gelangen, aus den Mägen von Schafen oder Rindern.


Methanschleuder oder Nahrungsquelle? (18.06.2004)
Heute lebt die Hälfte der Weltbevölkerung, rund drei Milliarden Menschen, in erster Linie von Reis – Tendenz steigend. [...] Wissenschaftler unter anderem vom International Rice Research Institute haben festgestellt, dass bei der Jahresproduktion von knapp 600.000 Tonnen Reis weltweit gewaltige Mengen an Methan freigesetzt werden. Wieviel des gefährlichen Treibhausgases genau in die Atmosphäre gelangen, ist schlecht zu messen. Die Forscher gehen aber davon aus, dass rund 100 Millionen Tonnen Methan auf das Konto dieser Ackerfrucht gehen. Dies ist immerhin etwa ein Fünftel aller Methanemissionen weltweit. Während so genannter Trocken- oder Bergreis, der auf nicht überflutete Ackerflächen gestreut wird, kein Methan liefert, sind die viel häufigeren und ergiebigeren Nassreisfelder der Ursprung allen Übels.


Wasser ist der Schlüssel... (18.06.2004)
So berichten amerikanische Wissenschaftler in einer von der NASA in Auftrag gegebenen Studie im Jahr 2002, dass in China die Methanfreisetzung aus Reisfeldern in den letzten 20 Jahren um bis zu 40 Prozent zurückgegangen ist - das entspricht rund fünf Millionen Tonnen pro Jahr. Grund: Die Reisbauern hatten mehr zufällig, eigentlich um Wasser zu sparen, ihre Felder während einer Ernteperiode mehrmals vollständig entwässert. [...] Li hält in Sachen Klimaschutz noch einen Ratschlag bereit: "Wenn Reisbauern überall auf der Welt ihre Arbeitsweise so umstellen würden, wie es die Chinesen getan haben, könnte Wasser gespart, die Ernte gesteigert und die Freisetzung des Treibhausgases Methan drastisch reduziert werden. Dabei handelt es sich um eine ‚win-win‘ Situation."


Neue Theorie: Methangas brachte den Massentod (25.08.2003)
Vor 250 Millionen Jahren löschte eine globale Katastrophe den Großteil des Lebens auf der Erde aus. Ein Forscher hat jetzt eine gewagte Theorie aufgestellt: Eine gewaltige Explosion von Methangas aus dem Meer sei für das Massensterben verantwortlich.


Klimagefahr durch tauenden Permafrost? Info-Broschüre des Umweltbundesamtes (PDF-Datei • 452 KB)
Das Auftauen der kohlenstoffreichen Permafrostböden ist eine dieser ernst zunehmenden Folgen der Klimaänderung. In zahlreichen Gebieten sind bereits die Temperaturen des Permafrostes während der letzten Jahrzehnte um mehrere Zehntelgrad, bis auf 2 °C angestiegen. [...] Das Auftauen des Permafrostes wird sich voraussichtlich auf 10 bis 20 % des heutigen Permafrostgebietes ausdehnen. Nach neueren Modellrechnungen könnte sich dieses Szenario sogar noch weiter verschärfen. [...] Tauender Permafrost hat neben einem erhöhten Risiko für das Klimasystem eine Reihe nachteiliger Auswirkungen auf ökologische Systeme. [...] Sehr deutlich sind bereits heute die negativen Auswirkungen auf Ökonomie und Wirtschaft, die sich vermutlich verstärken werden und mit erheblichen volkswirtschaftlichen Kosten verbunden sind.


Methan
1 Atmosphärische Konzentrationsänderungen 2 Quellen und Senken 3 Auswirkungen klimatischer Änderungen 4 Einzelnachweise 5 Siehe auch 6 Weblinks


Welche Treibhausgase verursachen die Erderwärmung?
Das hoch klimawirksame Methan entsteht bei der Zersetzung organischer Stoffe unter Sauerstoffabschluss und wird z.B. bei der Verdauung von Rindern oder bei den Zerfallsprozessen in Sümpfen freigesetzt. Es wird auch beim Abbau von Steinkohle freigesetzt. Traurige Berühmtheit erlangt dieses Methan bei Grubenunfällen.


Methan und Lachgas: Die vergessenen Klimagase
Die Landwirtschaft trägt mit 14 Prozent erheblich zu dem von Menschen verursachten Klimawandel bei. Dies entspricht den Auswirkungen des Transportsektors auf unser Klima. Werden außerdem Landnutzungsänderungen wie die Umwandlung von Wald zu Ackerland berücksichtigt, trägt der Agrarsektor sogar zu mehr als einem Drittel zur globalen Erwärmung bei. In Deutschland verursacht die Landwirtschaft zwischen sechs und elf Prozent des gesamten nationalen vom Menschen verursachten Treibhauseffekts. [...] Eine Milchkuh zum Beispiel emittiert im Durchschnitt 111,7 Kilogramm Methan im Jahr. Und weil Methan eine 21mal stärkere Klimawirksamkeit hat als Kohlendioxid, entspricht dies dem CO2-Ausstoß eines PKW mit einer jährlichen Fahrleistung von 18.000 Kilometern (bei 130 Gramm CO2 pro Kilometer).


Klimawandel: Gefährliche Kipppunkte
Tauender Permafrost: Riesige Mengen des Klimagases Methan können durch tauende Permafrostböden in Sibirien und Nordamerika freigesetzt werden.


Video-Skript zu "Ausbeutung der Erde" (Devour the Earth)
Es handelte sich um Rodungen für Weideland. Beim Verbrennen von Pflanzen werden riesige Mengen an Kohlendioxid freigesetzt. Sie gelangen in die Atmosphäre und verhindern, dass die Wärme von der Erde ins Weltall entweicht. Ausserdem stösst jedes Rind täglich 60 Liter Methan aus, ein weiteres Treibhausgas. Abholzung und Viehzucht bilden zusammen die zweitgrösste Ursache für den Treibhauseffekt. Seit 1970 sind durch die Regenwaldabholzung in Lateinamerika über 1.4 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangt. Methangas ist verantwortlich für 18 % der globalen Erwärmung. Jedes Jahr vergrössert sich die Menge des Methans in der Atmosphäre um 1 %. 18 % der Methanemissionen sind auf Viehzucht zurückzuführen. Weltweit gibt es über 1.3 Milliarden Rinder. 26 % der Methanemissionen Englands stammen von Nutztieren. Allein britische Viehherden tragen jährlich 1.15 Millionen Tonnen Methan zur globalen Erwärmung bei.


"Essen und Fasten für das Klima?"
Wenn man bedenkt, dass 18 Prozent aller globalen Treibhausgase durch Tierhaltung verursacht werden, wird nach Ansicht Karl von Koerbers deutlich, dass gerade der Bereich Ernährung enormes Potential für eine Reduzierung schädlicher Treibhausgase bietet. Das liegt daran, dass für die Erzeugung von Futtermitteln viel Mineraldünger und damit viel fossile Energie (Erdöl, Erdgas, Kohle) eingesetzt werden muss. Zum anderen geht bei der Umwandlung von pflanzlichen Futtermitteln zu tierischen Lebensmitteln viel Nahrungs-Energie verloren: So benötigt die Herstellung von einer Kalorie Fleisch durchschnittlich sieben Kalorien pflanzliche Futtermittel. Hinzu kommt, dass Wiederkäuer wie Rinder, Schafe oder Ziegen bei der Verdauung Methan freisetzen, dass etwa 23-mal klimabelastender ist als Kohlendioxid.


Klimaschutz geht durch den Magen
Die konventionelle Landwirtschaft fördert den Treibhauseffekt: Kunst­dünger verursachen Kohlendioxid, bei der Tierhaltung wird mas­senhaft Methan frei. Wenn die Verbraucher weniger Fleisch kaufen und mehr Bioprodukte, nützt das dem Klima. Und der eigenen Gesundheit.