Bestandsaufnahme:
• Der Bedarf an tierischen Produkten wird bis zur Mitte des Jahrhunderts vor allem in den Entwicklungsländern durch Bevölkerungswachstum und Einkommensverbesserungen weiter ansteigen.
• Die Welternährungsorganisation (FAO) erwartet daher vor allem einen Zuwachs an Nitratoxidemissionen aus der Viehzucht. Da Weideflächen nicht beliebig ausgedehnt werden können, wird Futtermittel verstärkt durch intensive Kunstdüngung angebaut werden müssen, um die Nachfrage nach tierischen Produkten zu bedienen. Damit werden auch mehr Flächen zum Anbau von Saatgut benötigt werden und der Wasserverbrauch wird entsprechend zunehmen.
• Um weiter Land für die Viehzucht oder Anbaufläche für Saatgut zu gewinnen, wird vor allem in Lateinamerika Regenwald gerodet oder weiter gerodet werden.
Daten:
• Die Viehzucht ist der größte Landnutzer der Erde. Sie beansprucht 30 Prozent der Landoberfläche und 70 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Von der gesamten verfügbaren Anbaufläche dienen 33 Prozent allein der Futtermittelerzeugung. Fast die Hälfte der globalen Getreideernte und 90 Prozent der jährlichen Erträge von Sojabohnen wird zur Aufzucht von Vieh und Nutztieren gebraucht.
• Die FAO prognostiziert eine Zunahme der Fleischproduktion von derzeit 229 Millionen auf 465 Millionen Tonnen im Jahr 2050 und für die Milchproduktion von 580 Millionen auf 1043 Millionen Tonnen. Damit wächst die Branche der Viehhaltung stärker als alle anderen Bereiche der Landwirtschaft.
• Eine Studie der Welternährungsorganisation (FAO) kommt zu dem Ergebnis, daß Viehzucht entlang der Wertschöpfungskette für 18 % der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Die Tierzucht erzeugt damit mehr Treibhausgase als der Verkehrssektor.
• Durch Viehzucht entstehen 9 % aller CO2-Emissionen, sofern Landnutzung und die verbundene Rodung von Flächen einbezogen werden. 37 % des Methanausstoßes und 65 % der Stickstoffoxidemissionen entfallen auf diesen Sektor.
• Laut einer japanischen Studie von 2007 entstehen bei der Erzeugung von einem Kilogramm Rindfleisch Gase mit einer Treibhauswirkung, die der von etwa 36 Kilogramm Kohlendioxid entspricht.
• Die Studie aus Schweden hat schon 2003 gezeigt, daß Rinder, die Weidegras statt Kraftfutter bekommen, 40 % weniger Treibhausgase freisetzen und bei der Aufzucht insgesamt 85 % weniger Energie eingesetzt werden muß.
• Nach Daten des Deutschen Bauernverbandes emittiert eine Milchkuh pro Tag zwischen 200 und 400gr Methan. Ein Elefant erzeugt dagegen täglich 2.400gr Methan. [...]
Quelle:
Europäisches Parlament: Nichtständiger Ausschuss zum Klimawandel – 15.5.2008 – Arbeitsdokument Nr. 15 über Viehzucht (PDF-Datei • 93,2 KB)
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