Laut einem großen neuen Bericht der Vereinten Nationen muss die Welt zu einer eher vegetarischen Ernährung übergehen, um die Chance zu haben, gegen den Klimawandel anzugehen.
Von Louise Gray, Umweltkorrespondentin
Veröffentlich am 2. Juni 2010 um 13.36 Uhr
Die Gruppe internationaler Wissenschaftler sagte, dass die Hauptursache des Treibhausgasausstoßes die Nahrungsmittelproduktion und die Verwendung fossiler Treibstoffe ist.
Aber während die Verwendung von Kohle und Öl allmählich durch erneuerbare Energiequellen, wie Wind- und Solarkraft, ersetzt werden kann, wird die Welt immer essen müssen.
Es wird befürchtet, dass die Nahrungsproduktion bei wachsender Weltbevölkerung zur Hauptursache des Klimawandels und der Umweltzerstörung wird.
Der Internationale Ausschuss für nachhaltiges Ressourcenmanagement (The International Panel of Sustainable Resource Management) weist darauf hin, dass die landwirtschaftliche Produktion mehr als 70 % der globalen Trinkwasserproduktion, 38 % des Landverbrauchs und 19 % des Treibhausgasausstoßes der Welt ausmacht.
In dem Bericht, der den Regierungen der Welt vorgelegt werden wird, heißt es, die einzige Möglichkeit, die Welt zu ernähren und gleichzeitig den Klimawandel zu reduzieren, ist der Übergang zu einer eher vegetarischen Kost.
„Eine bedeutsame Verringerung der Folgen sei nur möglich durch einen umfangreichen weltweiten Übergang auf eine andere Kostform“, heißt es in dem Bericht.
Achim Steiner, der Geschäftsführer des UN-Umweltprogramms, sagte, gewöhnliche Verbraucher können zum Kampf gegen den Klimawandel beitragen, indem Sie weniger Fleisch essen. Er meinte:
„Der Ausschuss hat alle verfügbaren wissenschaftlichen Beweise überprüft und den Schluss gezogen, dass zwei breite Bereiche derzeit unverhältnismäßig starke Auswirkungen auf die Menschen und die Lebenserhaltungssysteme des Planeten haben – diese sind Energien in Form von fossilen Treibstoffen und die Landwirtschaft, besonders die Viehzucht zur Erzeugung von Fleisch und Milchprodukten.“
Herr Steiner meinte, dass die Regierungen die Menschen dazu ermutigen sollten, weniger Fleisch zu essen, indem sie das Steuer- und Subventionssysteme reformierten, um vegetarische Nahrungsmittel billiger zu machen.
Er fügte hinzu: „Clevere Marktmechanismen, eine intelligentere Steuerpolitik und eine kreative Politikgestaltung gehören zu den Optionen, um die Kosten für nachhaltige Muster zu internalisieren. Manche schwierigen Entscheidungen werden durch den Bericht angedeutet, aber es könnte sich für jeden sogar als noch schwieriger herausstellen, wenn der gegenwärtige Weg in den kommenden Jahrzehnten weiter beschritten wird.“
Auch Lord Stern von Brentford, der Autor des einflussreichen Stern-Review, der sich als Erster für wirtschaftliche Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel einsetzte, glaubt, dass die Welt weniger Fleisch essen muss.
Er hat schon davor gewarnt, dass der Preis von Fleisch und anderen kohlenstoffintensiven Waren steigen muss, um gegen den Klimawandel anzukämpfen.
Quelle:
Telegraph.co.uk: Eat less meat to save the planet - UN
http://www.telegraph.co.uk/earth/earthnews/7797594/Eat-less-meat-to-save-the-planet-UN.html (2. Juni 2010)
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