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Vegetarier werden, um den Klimawandel zu stoppen

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mathrubhumi.org

Ins Netz gestellt am 3. Nov. 2009

Maneka Gandhi

Maneka GandhiSeit vielen Jahren erlebt Indien bereits Klimawandelprobleme. Wir taumeln hin und her zwischen schrecklichen Dürren und nicht Jahreszeit gemäßen Hochwassern. Die Linsen, die ich jetzt esse, sind so teuer, dass sie ein Luxus sind. Vom Nahrungsexporteur sind wir zum Importeur geworden.

Gleichzeitig sind wir das Land in Asien, das am meisten Fleisch und Leder exportiert. Wir sind der größte Milchproduzent der Welt. Das hat zum Ergebnis, dass wir keinen Regen haben, kein Wasser, zunehmende Hitze, austrocknende Flüsse und sterbende Menschen.

Fühlen Sie sich als Einzelner machtlos, die Welt am Sterben zu hindern, den Politikern und ihren endlosen Spielen ausgeliefert? Lassen Sie mich Ihnen erklären, wie Sie und ich das sofort ändern können.

Methan und Kohlendioxid sind Treibhausgase, was bedeutet, dass ihre Anwesenheit in der Luft, die Wärme zurückhält und sich auf die Erdtemperatur und das Klima auswirkt, indem sie den Planten erwärmen.
Durch die Erwärmung ändert sich das Klima und die Gletscher schmelzen. Wenn die Gletscher schmelzen, führen die Flüsse zunächst Hochwasser und dann trocknen sie aus.

Die Industrieländer der Welt tragen die Schuld daran, dass sie so viel Kohlendioxid produzieren und die Entwicklungsländer wie China, Indien und Brasilien müssen gerügt werden, dass sie Methan produzieren.
In dieser politischen Debatte haben wir aufgehört anzuerkennen, dass dies eine Welt ist und wir alle zusammen sterben werden.

Nehmen wir Methan. Es ist ein Problem, mit dem man leicht umgehen kann. Es wird von vier Hauptquellen produziert: Viehzucht und tierische Exkremente, Reisanbau, Kohlebergwerke und Müllgruben.
In allen internationalen Verträgen, die abgeschlossen wurden und abgeschlossen werden – wie z. B. der in Kopenhagen – haben die Entwicklungsländer ihr Bestes versucht, das Methan aus der Debatte herauszuhalten. Und sie haben damit Erfolg gehabt, denn der Westen ist zu Recht schuldbeladen wegen seiner Kohlendioxid-Emissionen. Aber die Zeit ist nun für beide gekommen, – für die Industrieländer und die Entwicklungsländer – dass sie anerkennen müssen, dass die Verringerung von Methan der schnellste Weg ist, die globale Erwärmung zu stoppen.

Die Methankonzentrationen haben sich im letzten Jahrhundert verdoppelt und machen jetzt 20 % aller Treibhausgas-Emissionen aus. Während die Kohlendioxid-Emissionen in den letzten 200 Jahren um 31 % zugenommen haben, hat das Methan um 149 % zugenommen.

Was Methan so tödlich macht, ist, dass es zwar weniger sein mag als das Kohlendioxid, dass es aber wesentlich wirksamer die Hitze in der Atmosphäre zurückhalten kann als Kohlendioxid. Das bedeutet, dass der Methanausstoß 23 Mal stärkere Folgen für die Temperatur hat, als eine Ausstoß derselben Menge Kohlendioxids. Methan hat große Auswirkungen über einen kurzen Zeitraum (8,4 Jahre in der Atmosphäre), wohingegen Kohlendioxid einen kleinen Effekt über einen langen Zeitraum hat. Das bedeutet, wenn wir heute aufhören, Methan zu erzeugen, sehen wir den Effekt fast sofort.

Der Methanausstoß Indiens, Chinas und Brasiliens hat sich seit 1990 verdoppelt und es wird erwartet, dass er um 2020 um 40 % höher liegt. Es gibt nur einen Grund – es ist keine Zunahme des Kohlenbergbaus oder der Mülldeponien. Es liegt daran, dass diese Länder Tiere züchten, um Fleisch und Milch zu gewinnen.

In Entwicklungsländern, wo man den Leuten sagt, dass reich sein bedeutet, tote Körper zu essen, steigt die Zahl der Menschen, die Fleisch essen, und die Menge, die sie essen, stetig an.
Zwischen 1970 und 2002 stieg – laut FAO – der Fleischverzehr pro Kopf von 11 Kilo auf 29 Kilo. In den Entwicklungsländern ist er von 65 Kilo auf über 100 Kilo angestiegen. Die jährliche Fleischproduktion wird sich von 229 Millionen Tonnen im Jahr 2000 auf über 465 Millionen Tonnen im Jahr 2050 verdoppeln. Im Jahr 2008 erhöhte sich der Fleischverzehr um 10 %.

Durch den Fleischverzehr erhöht sich das Kohlendioxid und das Methan. Die Produktion von einem Stück Fleisch im Laden erfordert 60.000 Kalorien aus Kohlendioxid produzierender Energie – die Tierhaltung, der Futteranbau für sie, ihre Ernährung, ihr Transport, ihre Tötung, die Säuberung und die Verpackung des Fleisches, ihr Transport in klimatisierten Fahrzeugen in zu den Märkten, wo sie in Kühltruhen aufbewahrt werden, die Zubereitung des Fleisches. In Brasilien, China, Indonesien, Indien werden Wälder abgeholzt, um Tiere weiden zu lassen.

Die Wälder absorbieren Kohlendioxid, wir fällen also Kohlendioxidsenken wegen des Fleisches. Das Kohlendioxid nimmt zu, denn man braucht 11 Kilo Getreide, um ein Kilo Fleisch herzustellen. Und Weizen, Mais und Sojabohnen werden von einer Landwirtschaft hergestellt, die hochtechnisiert ist, viel Dünger und Treibstoff verbraucht. Tatsächlich verursacht die Fleischproduktion 9 % des Kohlendioxidausstoßes der Welt.
Kommen wir zum Methan: Durch die Viehzucht werden 23 % das gesamten Methans produziert, denn durch die Fermentation in ihren Gedärmen wird das Methangas in den Tieren und in ihren Fäkalien hergestellt. Eine einzelne Milchkuh produziert 550 bis 700 Liter Methan am Tag.

Der weltgrößte Zerstörer der Atmosphäre ist nicht das Auto oder die Fabrik – es ist der Fleisch essende Mensch. Und dieses Monster ist am Zunehmen. Der 400-seitige Bericht der Vereinten Nationen hat die wachsenden Rinder-, Ziegen-, Schweine-, Schaf- und Hühnerbestände als die größte Bedrohung für das Klima ausgemacht.

Ihr Hammel-Kofta bringt uns alle um. Die Viehzucht produziert mehr als 100 Umwelt verseuchende Gase, darunter auch zwei Drittel der weltweiten Ammoniakemissionen – die Hauptursache des sauren Regens. Die weidenden Tiere haben Wälder, Weiden und Berge in Wüste verwandelt. Kühe verbrauchen große Mengen Wasser: Man braucht 990 Liter Wasser, um einen Liter Milch zu produzieren.
Die Pestizide, Antibiotika und Hormone, die zu ihrer Behandlung eingesetzt werden, gelangen ins Trinkwasser und gefährden die menschliche Gesundheit.

Ein Fleischesser verursacht 1,5 Tonnen mehr Treibhausgase pro Jahr, als ein Vegetarier. Das bedeutet, dass die Veränderung Ihrer Ernährung eine größere Wirkung hat, als wenn man seinen üblichen Benziner gegen einen Hybrid-Wagen verkauft, der die jährlichen Treibhausgas-Emissionen ungefähr um eine Tonne pro Jahr verringert.

Der Tierbestand Indiens von etwa 485 Millionen trägt mehr zur globalen Erwärmung bei, als unsere Fahrzeuge – 11,75 Millionen Tonnen pro Jahr – gestiegen von 9 Millionen Tonnen im Jahr 1994.

Diese Rinder, Schweine, Schafe, Hühner und Ziegen wollten nicht geboren werden – Sie haben sie geschaffen. Sie wollten nicht getötet werden, aber Sie töten Sie, um sie zu essen. Dabei bringen Sie den Planeten um. Ihre Blähungen und ihre Exkremente erhitzen die Welt 23 Mal schneller als Kohlendioxid.

Wir können in Indien das Kohlendioxid nicht reduzieren. Die Kosten sind hoch, denn es ist Technologie notwendig. Die Kosten für die Reduktion von Methan sind nichtig. Hören Sie einfach auf, Fleisch zu essen. Ersetzen Sie den Reis (der 16 % der Methanemissionen verursacht) durch anderes natürliches Getreide wie Hirse oder Hafer, die für Sie viel besser sind, als Sie nur mit Stärke zu versorgen.

Man kann die globale Erwärmung nicht stoppen, indem man das Licht ausschaltet, wenn man den Raum verlässt. Das hat keinerlei Auswirkungen. Es wird Jahrzehnte dauern, diese Technologien zu erfinden, um Null-Emissionsquellen einzusetzen.
Nach all diesen Mühen und der ganzen Rempelei hat die Welt nur 3 % Solar- und Windenergie, um das Kohlendioxid anzupacken. Aber Sie können Ihre Ernährung heute ändern.

Wenn Sie aufhören, Fleisch zu essen, stoppen Sie das Auftauen des Gangetic-Gletschers und der Ganges wird aufhören, sich in einen Bach zu verwandeln. Genauso wird es auch mit dem Yangtse und dem Amazonas sein.

Sie werden nicht nur die Welt retten, Sie werden auch viel Armut auf dem Planeten beenden. Sie werden für eine bessere Gesundheit sorgen, die meisten Krebsarten eliminieren, Landmassen für Gemüse und Getreideflächen frei machen, und den Armen Wasser ermöglichen. Wussten Sie, dass ein Schlachthaus im Durchschnitt 16 Millionen Liter Wasser am Tag verbraucht und eine arme indische Familie einen Liter verbraucht.

Nehmen Sie die Macht in ihre eigene Hand. Sie brauchen keine Maschinen oder Regierungen oder internationalen Verträge. Sie können es heute selbst beenden.

Dr. Rajendra Pachauri, Leiter des Weltklimarates der UNO, der im Jahr 2007 den Friedensnobelpreis erhalten hat, sagt, der schnellste Weg, den Klimawandel zu beenden, ist, Vegetarier zu werden. Wie einfach es ist. Vielleicht ist dies die höchste Lektion, die die Natur uns lehren möchte. Boshaftigkeit bringt Sorgen. Gutes bringt Gutes hervor. Töten Sie nicht, um nicht getötet zu werden.

Um sich der Tierschutzbewegung anzuschließen (animal welfare movement), kontaktieren Sie Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

Maneka Gandhi ist eine indische Politikerin, Tierrechtsaktivistin, Umweltschützerin, frühere Journalistin und Witwe des einflussreichen Politikers, Sanjay Gandhi. Sie war Ministerin in vier Regierungen und ist Autorin einer Reihe von Büchern über Etymologie, Jura und Tierschutz.
Sie ist Veganerin und wirbt für diesen Lebensstil aus ethischen und gesundheitlichen Gründen.

Quelle:
mathrubhumi.org: Turning vegetarian to stop climate change
http://www.mathrubhumi.org/news.php?id=25622 (3. November 2009)